Apfelbaum beschneiden: wann ist der richtige Zeitpunkt?

Sie möchten einen gesunden, kräftigen und ertragreichen Apfelbaum? Hier erhalten Sie nützliche Tipps, wie Sie fachgerecht Ihren Apfelbaum beschneiden sollten:

Seit Jahrtausenden nutzen Menschen die Früchte der Apfelbäume und anderer Kernobst-Arten als vitaminreiche Nahrung. Zunächst in ihrer Wildform, später als gezielt angepflanzte und auf große Früchte und viel Ertrag gezüchtete Sorten. Das regelmäßige Apfelbaum beschneiden ist gerade bei noch jüngeren Exemplaren empfehlenswert. Wann und wie fachgerecht geschnitten werden sollte, erfahren Sie hier.

» Scheren von Schnittzeiten zum Apfelbaum beschneiden

Botanische Einordnung und Vorkommen der Apfelbäume

Die Pflanzengattung der Äpfel (Malus) gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae). Die Pflanzen sind sommergrün und gedeihen als Wildform vor allem in den nördlichen, gemäßigten Klimazonen Nordamerikas, Europas und Teilen Asiens. Der Wild- oder Holzapfel (Malus sylvestris) gilt als Urform der heute global gezüchteten und angebauten Kulturäpfel (Malus domestica). Je nach Sorte beginnt die Apfelblüte in unseren Breiten etwa Mitte April bis in den Mai hinein.

Die Kunst der Züchtung und Veredelung von Apfelbäumen

Der ursprüngliche "Sinn" großer, schmackhafter Früchte war die Verbreitung der Samen durch Tiere, die sich von den Früchten ernährt haben. Die Samen überstehen den Verdauungstrakt der Tiere unbeschadet, werden ausgeschieden und können so nach der Keimung gleich auf reichlich natürlichen Dünger zurückgreifen.
Schon vor mehreren Jahrtausenden begannen Menschen die Äpfel nach Fruchtgröße zu sortieren und gezielt anzupflanzen. Auf den antiken Handelswegen kamen neue Apfelsorten nach Mitteleuropa, wo sich vor allem Mönche und Nonnen der Züchtung und später der gezielten Veredelung widmeten. Am Ende des 19. Jahrhunderts soll es um die 20000 Apfelsorten gegeben haben. Inzwischen sind noch etwa 60 Haupt-Sorten im Handel erhältlich.

Apfelbaum beschneiden: Wuchsformen und Verwendung im Garten müssen berücksichtigt werden

Das Anpflanzen von Obstbäumen im eigenen Garten macht ökologisch in unserer artenarmen Kulturlandschaft durchaus Sinn. Insekten, Vögel, kleine Säugetiere und nicht zuletzt der Mensch profitieren von deren Blüten und Früchten. Der Pflanzenhandel bietet verschiedene Wuchsformen, die sich in Platzbedarf, Lebensdauer und Beginn der Fruchtausbildung deutlich voneinander unterscheiden. Apfelbäume werden gezüchtet als Hochstamm, Halbstamm, Busch oder Säule. Eine Besonderheit ist das Spalierobst. Diese streng zweidimensional gezogene Wuchsform muss durch regelmäßigen Rückschnitt flach-vertikal gehalten werden und ist optimiert für Standorte an warmen Hausmauern oder als Raumteiler unterschiedlicher Gartenbereiche.

Ein Hochstamm besitzt eine Stammhöhe von mindestens 180 Zentimetern. Die anschließende Baumkrone benötigt rund 100 Quadratmeter Fläche, um sich ungestört entwickeln zu können. Nur große Gärten oder Streuobstwiesen sind geeignete Habitate für diese Wuchsform. Die Veredelung erfolgt auf einer stark wachsenden Unterlage. Ein Hochstamm bildet kräftige, standfeste Bäume. Allerdings muss hier oft mehrere Jahre auf die erste Ernte gewartet werden. Die Form des Halbstamms macht in kleinen Gärten eine deutlich bessere Figur. Er besitzt eine Stammhöhe von 80 bis 150 Zentimetern bis zum Kronenansatz. Der Flächenbedarf ist mit zirka 50 Quadratmetern nur halb so groß. Besonders gut in kleine Gärten oder in Kübeln auf Balkon und Terrasse passen die Busch-Formen. Die Unterlagen sind schwachwachsend und Apfelbüsche tragen schon von Anfang an Früchte.

Wie bei allen Arbeiten sollte das Apfelbaum beschneiden immer nur mit hochwertigem, geeignetem Werkzeug durchgeführt werden.

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Apfelbaum beschneiden: so wird es richtig gemacht

Wollen Sie einen gesunden, kräftigen und ertragreichen Apfelbaum, muss dieser regelmäßig geschnitten werden. Dabei sollte die Krone immer luftig und lichtdurchlässig sein.

Den Apfelbaum mit einem Erziehungsschnitt beschneiden

Junge Apfelbäume brauchen in den ersten Jahren einen Aufbau- oder Erziehungsschnitt. Hierbei müssen Konkurrenztriebe entfernt und drei bis fünf waagerecht oder leicht aufrecht weisende Haupttriebe ausgebildet werden, die später das Gerüst einer pyramidenförmigen Krone bilden. Streng aufrecht wachsende Zweige sind zu entfernen und nach unten zeigende Triebe werden gefördert. Der Grund dafür liegt im akrotonen Wuchsverhalten der Obstbäume, bei der die stärkste Wuchskraft in die höchste Endknospe der Zweige geht. Die generative Kraft, also die Blütenbildung, wirkt hingegen hauptsächlich in den Kurztrieben der waagerecht oder nach unten wachsenden Triebe.

Ältere Apfelbäume mit einem Erhaltungsschnitt in Form bringen

Ältere Apfelbäume benötigen nur noch alle zwei bis drei Jahre einen regulierenden Schnitt, bei dem Totholz und zu dicht stehende Äste entfernt werden. Wichtig ist der Erhalt einer lockeren Krone, in der sämtliche Früchte ausreichend Sonnenlicht bekommen.

Der klassische Zeitpunkt zum Apfelbaum beschneiden ist Februar oder März, wenn keine strengen Fröste mehr zu befürchten sind.