Büsche schneiden, um die Vitalität und Blütenausbildung hochzuhalten!

Welche Schnittechniken für welche Sträucher anwenden und zu welchem Zeitpunkt sollte man überhaupt schneiden?

Büsche und Sträucher bilden das Grundgerüst in jedem Garten und Park. Ihre Wuchsformen sind in Größe und Form derart vielfältig, dass für jeden Gartentyp und jede Gartengröße passende Pflanzen zu finden sind. Unterschiedliche Blattfärbungen und Blühzeitpunkte schaffen zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten. Um ihre Vitalität und Blütenausbildung hochzuhalten, sollte das Büsche schneiden mehr oder weniger regelmäßig durch fachgerechte Rückschnitte erfolgen.

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Gartenschere zum Sträucher schneiden

Was versteht man im botanischen Sinne unter Büschen und Sträuchern?

Botaniker definieren Sträucher, umgangssprachlich auch "Büsche" genannt, folgendermaßen.
Pflanzen, deren sämtliche Triebe verholzen. Das Wachstum erfolgt aufrecht, breit ausladend oder bodendeckend. Die Fachbezeichnung der Wuchsform lautet "basiton". Im Gegensatz zu akroton wachsenden Bäumen, erfolgt keine Ausbildung eines deutlich erkennbaren Stammes.
Basitonie bezeichnet das starke Fördern der Knospen im Basisbereich (Bodennah) und an den Seitenästen. Der Strauch entwickelt sich breit aufrecht. Die meisten Sträucher sind sehr schnittverträglich und weisen ein starkes Regenerationsvermögen auf.

Wie sollte man Büsche schneiden?

In Abhängigkeit von Alter und Standort der Gehölze unterscheidet der Gärtner unterschiedliche Schnittarten, auf die wir im Folgenden näher eingehen möchten.

Der Pflanzschnitt bei Büschen und Sträuchern

Wurzeln und oberirdische Triebe bilden im Laufe des Pflanzenwachstums ein Gleichgewicht, welches sicherstellt, dass sämtliche Pflanzenteile ausreichend mit Wasser, Nähr- und Speicherstoffen versorgt werden. Beim Ballieren und Roden in der Baumschule verliert das Gehölz zwangsläufig einen Teil seiner Wurzeln. Containerware bildet eine Ausnahme. Das ist der Grund, warum Pflanzen im Topf ganzjährig gepflanzt werden können.
Der Pflanzschnitt erfolgt unmittelbar vor, oder während der Pflanzung. Hierbei entfernen Sie ein Drittel der vorhandenen Zweige. Dabei sollte nicht nur eingekürzt werden. Sich reibende, tote und beschädigte Triebe entfernen Sie direkt am Ansatz. Diese Schnittmaßnahmen sorgen für ein neues Gleichgewicht und regen gleichzeitig ein stärkeres Austreiben an, was zu kompakteren Pflanzen führt.
Bei wurzelnackten, ballenlosen Pflanzen müssen auch die Wurzeln entsprechend behandelt werden. Hier gilt es ebenfalls, beschädigte, gestauchte oder am Ende ausgefranste Wurzeln sauber einzukürzen, beziehungsweise zu entfernen.

Büsche mit einem Erziehungsschnitt zurückschneiden

Wie der Name schon vermuten lässt, dient der Erziehungsschnitt dem Formen und Ausbilden eines der Gehölzart angepassten Habitus. Bei dem etwa ab dem zweiten Standjahr durchzuführenden Erziehungsschnitt entfernen Sie alle zu dicht stehenden und sich reibenden Zweige. Überlegen Sie dabei, in welche Richtung die Zweige wachsen und wo diese in ein bis zwei Jahren stehen. Je früher "falsch" wachende Zweige entfernt werden, umso kleiner und leichter verschließbar sind die Wunden für den Strauch.
Den Erziehungsschnitt sollten Sie etwa alle ein bis zwei Jahre ausführen. Das ist abhängig von der Gehölzart und deren Wuchsgeschwindigkeit.

Einen Auslichtungsschnitt bei Ihren Büschen und Sträuchern vornehmen

Übernehmen Sie ein ungepflegtes Gehölz, oder haben Sie ein paar Jahre lang den regelmäßigen Erziehungsschnitt versäumt, muss kräftiger geschnitten und ausgedünnt werden. Greifen Sie dazu zu einer Handsäge und Astschere, denn nun heißt es, auch ältere, stärkere Äste zu beschneiden.
Entfernen Sie zunächst abgestorbene und kranke Partien. Von den übrigen Trieben entfernen Sie ein Drittel komplett. So wird der Strauch wieder wind- und lichtdurchlässiger, was ein Austreiben fördert. Der Strauch trocknet rasch ab und die Anfälligkeit für Pilzinfektionen und Krankheiten minimiert sich.

Büsche schneiden - der Verjüngungsschnitt

Manche Situationen erfordern ein noch radikaleres Vorgehen. Sträucher, die einen starken Frostschaden aufweisen, oder seit über zehn Jahren nicht geschnitten wurden, benötigen eine Rosskur.
Bei einem sogenannten Verjüngungsschnitt werden sämtliche Grundtriebe bis etwa 15 bis 20 Zentimeter über dem Boden abgesägt. Der Profi spricht auch von "auf den Stock setzen".
In der Regel treiben gesunde Gehölze kräftig aus den schlafenden Augen aus.
Als Folgebehandlung sollten Sie im nächsten Sommer die zahlreichen frischen Triebe vereinzeln und ab dem zweiten Jahr mit den Erziehungsschnitten beginnen.

Wann sollte man Büsche schneiden?

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Im Frühjahr blühende Sträucher (Forsythien, Spierstrauch, Hasel) müssen gleich nach der Blüte geschnitten werden, damit sie ausreichend Zeit haben, für nächstes Jahr neue Triebe mit neuen Blütenknospen zu bilden.Sommerblüher (Schmetterlingsstrauch, Echter Jasmin, Hortensien) hingegen bilden ihre Blüten am diesjährigen Zuwachs. Diese Sträucher schneidet man daher im Herbst und Winter.