Muss man einen Walnussbaum schneiden?

Bevor Sie die Säge ansetzen, sollten Sie diese Hinweise unbedingt beachten

Hier erfahren Sie, wie der ideale Standort für Walnussbäume aussieht und wie oder ob man einen Walnussbaum schneiden sollte.
Schon in urzeitlichen Schichten des Tertiärs vor etwa 66 Millionen Jahren sind Spuren der Walnuss nachweisbar. Heute gelten die seit Jahrhunderten auf Ertrag und Widerstandsfähigkeit gezüchteten Nachfahren dieser "lebenden Fossilien" als beliebte Raritäten in den immer kleiner werdenden Hausgärten. Wer die Ansprüche der Walnuss erfüllt, kann bis zu 50 Kilogramm wertvolle Nüsse ernten.

» Walnussbaum schneiden mit Scheren von Schnittzeiten

Walnussbaum schneiden mit einer Astschere von Schnittzeiten

Basiswissen zum Walnussbaum

Botaniker vermuten, dass die Walnuss (Juglans regia) die erdgeschichtlichen Eiszeiten im heutigen Syrien und der südlichen Türkei überdauerten. Mit dem Rückzug der gigantischen Gletscher wanderte die Walnuss über die Balkan-Halbinsel in das Mittelmeergebiet zurück. Seit über 9000 Jahren nutzen Menschen die energie- und nährstoffreichen Früchte als Nahrungsquelle. Spätestens die Römer führten die Nutzbäume in Mitteleuropa ein.

Die Walnuss gehört zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae), die insgesamt 60 Arten in acht Gattungen beinhaltet. Sie ist ein sommergrüner Laubbaum mit grob gefiederten Blättern. Im Frühjahr schiebt die Walnuss als letzte heimische Baumart (sogar nach der Eiche) ihre Blätter heraus, die sie im frühen Herbst schon wieder fallen lässt.
Das macht sie sehr beliebt als Schattenspender für Wintergärten und Terrassen, da sie die erwünschte Frühlings- und Herbstsonne hereinlässt, die störende Sommersonne jedoch abhält.
Die Bestäubung der weiblichen Blüten erfolgt durch Wind. Für Nektar-suchende Insekten hat Juglans regia nicht viel zu bieten.

So finden Sie den idealen Standort für Ihren Walnussbaum

Die Walnuss ist sonnenhungrig. Sie steht am liebsten allein und breitet ihre Hauptäste fast waagerecht aus. Der Jahreszuwachs ist mit etwa 20 bis 30 Zentimetern eher gering. Ein älteres Exemplar kann trotzdem Höhen von 30 Metern erreichen mit einem ebenso großen Kronendurchmesser.
Neue Züchtungen sind im Wachstum reduziert und fruchten schon nach wenigen Standjahren. Dennoch sollte sich ein Walnussbaum ungestört und ohne starke Rückschnitte entwickeln können. Der Boden sollte das gesamte Jahr hindurch ausreichend feucht sein, jedoch keine Staunässe bilden. Frische und nährstoffreiche Lehm- oder Tonböden sind perfekt für die gesunde Entwicklung des Baums.
Obwohl das Laub sehr spät erscheint, reagiert die Walnuss sehr empfindlich auf Spät- und Frühfröste. Achten Sie daher auf einen möglichst geschützten, windstillen Platz im Garten.

Walnussbaum schneiden? Nur in Notfällen!

Anders als andere Obstbäume muss eine Walnuss für eine Ertragssicherung oder Steigerung nicht geschnitten werden. Auch ohne die Säge anzusetzen bildet ein ungestört wachsender Baum regelmäßig (in Abhängigkeit vom Alter) ausreichend Früchte.
Wird der Walnussbaum doch zu groß oder hat er einen weniger optimalen Standort, muss in Ausnahmefällen geschnitten werden.

Für all diejenigen, die nach passenden Werkzeug zum Walnussbaum schneiden suchen, empfehlen wir einen Blick in unseren Online-Shop:

» Unsere Gartenscheren im Online-Shop

Wichtige Hinweise, falls Sie um das Walnussbaum schneiden nicht herumkommen:

Gehen Sie dabei äußerst vorsichtig vor. Schneiden Sie wirklich nur das absolut notwendige heraus. Eine Walnuss reagiert sehr langsam auf Verletzungen. Eine Wundheilung oder das komplette Überwallen der Schnittfläche sind selten zu beobachten. Entsprechend leicht können Schädlinge und Krankheitserreger eindringen und den Baum schädigen.
Beim Blattaustrieb im Frühjahr erzeugt der Baum einen sehr kräftigen Saftdruck. Relativ frische Wunden zeigen daher einen kräftigen Wundausfluss, der mehrere Wochen anhalten kann. Dieses umgangssprachlich als "Bluten" bezeichnete Erscheinung schadet dem Baum nicht. Der Saftstrom lässt sich nicht stoppen und versiegt nach einiger Zeit von allein.

Um dieses Verhalten zu umgehen, sollten Sie als idealen Schnitt-Zeitpunkt den späten Sommer (Ende August bis Ende September) wählen. In diesem Zeitraum ist der Saftdruck besonders schwach, da sich der Baum bereits auf die Winterruhe vorbereitet.

Ein Walnussbaum reagiert auf zu starke Rückschnitte mit der Bildung zahlreicher "Wassertriebe", die streng senkrecht wachsen und so den typischen Habitus auf Jahre zerstören. Daher sollten Sie notwendige Schnittmaßnahmen möglichst auf zwei Jahre verteilen. Kürzen Sie maximal jeden zweiten Zweig um höchstens 150 Zentimeter ein. Im nächsten Sommer können die stehen gelassenen Triebe entsprechend behandelt werden. Steile Triebe, die zur Konkurrenz des Leittriebes werden könnten, müssen sofort im Jahr ihres Entstehens vollständig entfernt werden, um die Wunden kleinzuhalten.